Der Kauf meiner Zündapp Ks 750 in Frankreich

 

 

Das erstmal hörte ich von der Zündapp vor ca. 8 Jahren.

Ich besuchte mal wieder Udo einen Freund meines Vater, selber Besitzer von 3 Zündapp Gespannen in seiner kleinen Werksatt.

Er erzählte mir, dass er von einer  Solo Zündapp in der Nähe von Paris gehört hatte, da aber bei mir zu dieser Zeit kein Geld übrig war,

geriet diese KS wieder in Vergessenheit. 

Während der Schlussphase meiner Motorradweltreise (www.cb-ontour.de) wurde der Wunsch eine Zündapp KS 750 zu besitzen wieder größer.

Nach längerer Suche war es dann wieder die Zündapp (Rahmennr.612 005) Bj. 1943 in der Nähe von Paris.

Weitgehend komplett (für eine Solomaschine) und Restaurierungsbedürftig, der Preis war in Ordnung, also eine perfekte Basis.

 


 

 

Das war das erste Bild was ich von meiner Zündapp KS 750 zugeschickt bekommen habe.

 

.

Das Problem war nur das die Maschine 150 km hinter Paris in der Normandie stand, also knapp 700 km eine Strecke. Der Verkäufer könnte zum Glück etwas Deutsch, so dass ich schnell einen Termin mit ihm ausmachen konnte.

Ich fragte meinen Freund Christian, ob er nicht  Lust hätte ca. 17 Std. im Auto mit Autohänger nach Frankreich hin und her zu düsen und so sich sein ganzes Wochenende zu versauen.

Er sagte natürlich sofort zu, ich hatte es aber auch nicht anders erwartet, da wir schon öfters ähnlichen Touren gemacht hatten.

Und so ging es eines Samstag morgen los in Richtung Normandie. Da ich meinen MB W124 250D mit Rapsöl fahre, wollte ich natürlich auch die ganze Strecke mit Pflanzenöl für 0,80 Euro fahren.

Mit einer Tankfüllung hätte ich nicht die gesamte Strecke geschafft, deshalb  tankte ich Freitagabend  ich noch schnell 140 l Rapsöl in meinen Tank und diverse Kanister. Als wir an der  Grenze zu Frankreich ankamen, hatten die Franzosen eine außerordentliche Grenzkontrolle eingerichtet.

Nachdem der Zöllner die Kanister im Auto entdeckt hat, fragt er nach dem Inhalt. Ich sagte: „Vegetabile Oil“. Er meinte daraufhin  nur, dass das Verbrennen von Pflanzenöl in Diesel-Kraftfahrzeugen in Frankreich verboten sei, und wünscht uns nur "Bon voyage“ .

Gegen 20:00 Uhr sind wir ganz in der Nähe des Treffpunktes und übernachten auf einem Campingplatz, und gönnen uns erstmal ein kaltes Bier und packen den Grill aus.

 

 

 

 

 

Am nächsten Morgen wollen wir uns mit dem Besitzer um 9:00 treffen, natürlich ist es nicht bei einem Bier geblieben, so dass wir uns kurz vor 9:00 leicht verkatert in Richtung Treffpunkt aufmachen.

 

 

 

 

Am Treffpunkt fragt uns Jean Paul zur Begrüßung um 9:15Uhr, ob wir nicht ein Bier trinken möchten.

OK, das hatten wir doch schon mal irgendwo. Richtig auf unserer Motorradreise! Dort wollte uns der Besitzer eines kleinen Hotels in Bolivien auch ständig (egal welche Uhrzeit) unbedingt ein Bier ausgeben.

"Mensch ihr seid doch aus Deutschland!"

Na ja wir verzichteten  jedenfalls dankend.

 

Dann stehe ich endlich vor meiner 05 (wegen der Rahmennummer 612 005)

 

 

 

 

 

Der Zustand ist wie erwartet, da der Preis stimmt, ist der kauf sehr schnell erledigt, leider aber nicht das auflanden.

Wir hatten von zu Hause eine Europalette mitgebracht auf die wir jetzt die 05 schieben, stemmen und drücken, mit leichten Kopfschmerz keine wirklich schöne Sache. Vor allem das Hinterrad von der linken Rampe auf die rechte zu heben gestaltet sich etwas schwierig. Aber irgendwann ist es die Kiste dann fertig verzurrt und es kann wieder Richtung Heimat gehen.

 

 

 

 

Nach ca.10 km kontrolliere ich immer noch mal die Spanngurte, und so stellen wir fest dass Motoröl durch die Stößelkanäle und durch die undichten Ventilhauben auf die Straße läuft. Nachdem wir das Öl abgelassen haben und die 05 etwas steiler wieder festgezurrt haben geht’s weiter zurück in die Heimat.